Observing Strange Attractors – Symbiose, Vertrauen, Fiktionen

erste_veranstaltung

14:00-20:00
Saturday, April 13, 2019
Saturday, May 4, 2019
Saturday, June 1, 2019
Workshop series organised by texture

Die x-embassy freut sich, das Kollektiv texture für eine dreiteilige Workshop-Reihe zu Gast zu haben.

Die Endosymbiontentheorie (altgriechisch endo=innen und symbiōsis=Zusammenleben) besagt, dass Eukaryoten (Zellen mit Zellkern) durch die symbiotische Verschmelzung von prokaryotischen Organismen (zelluläre Lebewesen ohne Zellkern) entstanden sind. Vereinfacht gesagt, haben Prokaryoten andere Prokaryoten aufgenommen, ohne diese jedoch zu verdauen. Vielmehr lebten diese im Inneren der anderen Prokaryoten weiter und wurden dadurch zu Endosymbionten. Zellorganellen wie die Mitochondrien tragen auch heute noch viele Merkmale von Prokaryoten in sich. Komplexe pflanzliche, tierische und auch menschliche Zellen sind demnach aus dieser Symbiogenese hervorgegangen. Eine bedeutende Vertreterin dieser Theorie ist Lynn Margulis. Obwohl Margulis‘ Interpretation der Endosymbiontentheorie lange Zeit im biologischen Wissenschaftsfeld belächelt wurde, ist die Theorie in der Biologie mittlerweile anerkannt. Was diese Theorie ausmacht, ist ihre Neuformulierung von evolutionären Prozessen, die das darwinistische Evolutionsparadigma nicht negieren, sondern ergänzen. Stehen in neo-darwinistischen Theorien Wettbewerb und survival of the fittest an vorderster Stelle, ist es bei Margulis die Symbiose, das Zusammenleben, welche das Leben überhaupt definiert. Damit diente Margulis als Inspiration für Wissenschaftlerinnen wie Myra Hird, Luciana Parisi oder Donna Haraway, welche die Endosymbiontentheorie nutzen, um andere Verständnisse von Geschlecht, Subjektivität und Identität vorzuschlagen. Ihre Adaptionen verstehen Körper auf der materiellen Ebene als heterogenes Resultat fortdauernder Symbiosen.

Im Kontext dieses Themenkomplexes bewegt sich der Workshoptag „Symbiose“, dessen Leitfrage sein wird: Was verstehen wir unter Symbiosen und wie können wir Formen der Symbiose kultivieren und erproben? Einer kurzen Einführung in die Symbiogenese folgt ein performatives Element, welches sich mit der Vernetzung von Sinnen auseinandersetzt. Anschließend wird es eine Lecture Performance geben, welche die Möglichkeiten einer Kartografie von Flechten experimentell erforscht. Damit unternehmen wir den Versuch, das Verständnis von Symbiose in verschiedene Richtungen zu öffnen und für andersartige Lesarten des Begriffs brauchbar zu machen. Diese Perspektiven sollen gemeinsam erörtert und hinterfragt werden.

Die Workshops finden auf deutsch statt. Bitte meldet euch unter folgenden E-Mail-Adresse an, wenn ihr teilnehmen möchtet: info@texture.works

 

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Exit Gala

san_francisco_verde
Bild: Sabrina Tamara Brückner

x-embassy silvester 2018 exit gala all welcome

19h Performance
DINA 4 1
Richard Pettifer with assistance from Hayley Glickfeld
An existential posthumanist re-imagining of the 1963 sketch by Lauri Wylie, performed by an actor and a robot.
(15 mins, English)

20h Dachscreening // rooftop screening
Sabrina Tamara Brückner
San Francisco Verde (2018)
Film (10:53 min)

party feat.

jentle ben DJ set
Private Punk Procedure
Ada/Amigo(2)
playlist gala

M1 tramstop Tschaikowskistr.
Enter via spiral staircase on righthand side of building.
M1 Haltestelle Tschaikowskistr.
Eingang via Wendeltreppe, rechte Seite des Gebäudes.

Screening: Dawn of the Red – A Rupture in the Deep-Sleep of Capitalism

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Image: Still from video

19:30-21:30
Tuesday, November 27, 2018
Film Screening, A.S.S.-Collective

*** deutsche Version unten ***

‚Dawn of the Red – A Rupture in the Deep-Sleep of Capitalism‘, A.S.S.-Collective, 2018, 15:12 min., color, sound, HD, 16:9

On the 21st of June 2018, A.S.S.-Collective and a group of artists and activists gathered in front of the Ernst-Thälmann monument to spend 24 hours together. Questions concerning the effects of dominant historiography on today’s cities and public spheres formed the basis of their joint gathering. Navigating through Walter Benjamin’s notion of the dialectical image, the actors search for ways to produce a “flash of awakening” in this historical narrative.

The Ernst-Thälmann monument was designed by Soviet sculptor Lew Kerbel (1917-2003) and erected in the mid-1980s as part of the construction of a residential and park complex in Prenzlauer Berg. Thälmann was the leader of the Communist Party of Germany (KPD) during the Weimar Republic and later a chairman of the KPD and an active anti-fascist, who was murdered in 1944 in Buchenwald. Since the fall of the Berlin Wall, the monument has been left to its own devices: the floodlights intended for lighting switched off, the forecourt littered with broken glass and the pedestal full of graffiti. Thälmann still sleeps in the dark.

However, recent developments, including the sale of the nearby Greifswalderstraße goods train station to a private investor, and the planned modernisation of the park’s high-rise housing, have led to increased debate over the site’s future — and that of the monument itself. Self-organised local residents (the Anwohner-Initiative Ernst-Thälmann-Park) currently look after the Ernst-Thälmann-Park, gathering donations to pay for the upkeep of the green space’s water body. It is no doubt in part due to their political work, and in part due to the imperative logic of ‚urban development‘, that in November 2018, several months after A.S.S.-Collective filmed onsite, the Berlin Senate announced its decision to soon restore the sculpture.

It is in this context that x-embassy screens ‚Dawn of the Red‘, followed by a conversation with the artists.

A.S.S.-Collective is an artist-duo based in Berlin: Mizu Sugai (*1989, Tokyo) and Jonathan Jung (*1987, Hamburg). Located at the intersection of social and political practice and its artistic translations, A.S.S.-Collective operates mostly with participatory formats such as workshops, performances and happenings.

‚Dawn of the Red – A Rupture in the Deep-Sleep of Capitalism‘, A.S.S.-Collective, 2018, 15:12 min., Farbe, Ton, HD, 16:9

Am 21. Juni 2018 trafen sich A.S.S.-Collective mit einer Gruppe von Künstler*innen und Aktivist*innen auf dem Platz vor dem Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin, um dort 24 Stunden gemeinsam zu verbringen. Fragen zur Auswirkung von herrschender Geschichtsschreibung auf heutige Stadt- und Gesellschaftsräumen bildeten das Fundament für den gemeinsamen Aufenthalt. Im Sinne Walter Benjamins dialektischem Bild ergründeten die Akteur*innen, wie ein „Blitz des Erwachens“ in der herrschenden Geschichtsschreibung erzeugt werden kann.

Das Ernst-Thälmann-Denkmal wurde von dem sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel (1917-2003) gestaltet und Mitte der 1980er Jahre im gleichnamigen Park und Wohnkomplex im Prenzlauer Berg errichtet. Thälmann war Vertreter von Arbeiterkämpfen während der Weimarer Republik, späterer Vorsitzender der KPD und aktiver Antifaschist, der 1944 in Buchenwald ermordet wurde. Seit dem Fall der Mauer 1989 wurde das Denkmal sich selbst überlassen: die für die Beleuchtung vorgesehenen Flutlichter sind ausgeschaltet, der Vorplatz übersät mit Glasscherben und der Sockel voll von Graffiti – Thälmann schläft noch im Dunkeln.

Allerdings führten in letzter Zeit neue Entwicklungen, einschließlich der Kauf des naheliegenden Areals des Güterbahnhof Greifswalderstraße und der geplanten Modernisierung des Wohnkomplexes, zu einer immer lauter werdenden Debatte über die Zukunft des Ortes — und die des Denkmals selbst. Die selbstorganisierte Gruppe „Anwohner-Initiative Ernst-Thälmann-Park“ kümmert sich zurzeit noch um den Erhalt vom Ernst-Thälmann-Park und sammelt Spenden für den Erhalt seines Teichs. Teils aufgrund deren politischen Engagements, teils wegen der zwingenden Logik der ‘Stadtentwicklung’ passierte es, dass der Berliner Senat im November 2018, einige Monate nachdem die Arbeit von A.S.S.-Collective entstand, die Restauration des Denkmals ankündigte.

In diesem Zusammenhang zeigt x-embassy ‚Dawn of the Red‘. Anschließend gibt es eine Konversation mit den Künstler*innen.

A.S.S.-Collective ist ein Künstler*innen-Duo aus Berlin: Mizu Sugai (*1989, Tokyo) und Jonathan Jung (*1987, Hamburg). Seit dem Beginn ihrer Zusammenarbeit arbeiten sie an der Schnittstelle von sozialer Praxis und deren künstlerischer Übersetzung, meist in Verbindung mit partizipatorischen und kollektiven Formaten wie Workshops, Performances und Happenings.

FB-Event

Ex-Embassy: Exhibition and text series

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Image: MfS HA_III Fo 382 Bild_0002 (detail)

Thurs-Sat, 12-18:00 or by appointment
August 4-31, 2018
Exhibition and Text Series
ex-embassy.com

Vernissage, Performances: August 4, 3-7pm

*** deutsche Version unten ***

EX-EMBASSY is an exhibition and text series that unfolds from the former Australian embassy to the German Democratic Republic (GDR). Five artistic works and five commissioned texts are presented in and around the 70s-era iconic Modernist structure.

The former embassy is one component of a little-known, yet unparalleled architectural experiment: in the late 1960s and early 1970s, 135 diplomatic buildings were rapidly rolled out in Berlin’s peripheral northeastern borough, Pankow.

Australia, often named the ‘Fifth Continent’ in GDR communiques, usually plays a minor role in Cold War histories. Following geographer Doreen Massey’s definition of space as “the simultaneity of stories thus far”, EX-EMBASSY addresses the former embassy as a site shaped by, and containing, trajectories that move far beyond its physical frame. Grounding geopolitical histories that destabilise belonging within capitalist property formats, the works and texts attend to ongoing negotiations of value and territory; narrative and identity.

Participating artists: Megan Cope (Quandamooka); Archie Moore (Kamilaroi); Sumugan Sivanesan (AU/DE) & Carl Gerber (DE); Sonya Schönberger (DE); and Khadija von Zinnenburg Carroll (AU/AT). With texts by: cultural studies theorist Ben Gook (AU/DE); legal scholar Sarah Keenan (UK); historian Peter Monteath (AU); artist, critic and curator Rachel O’Reilly (AU/DE); and writers Nathan Sentance (Wiradjuri) & Raelee Lancaster (Wiradjuri). EX-EMBASSY is hosted by artist Sonja Hornung (AU/DE) with the curatorial advice of Rachel O’Reilly (AU/DE).

EX-EMBASSY opens as part of Berlin’s Project Space Festival 2018 and is hosted by the project space x-embassy. This project has been assisted by the Australian Government through the Australia Council for the Arts, its arts funding and advisory body, and by the Rosa Luxemburg Foundation through the association Helle Panke e.V.. Media partner: Berlin Art Link.

An external Podium Discussion: Anti-Colonial Diplomacies will take place within the framework of the exhibition at Archive Books on August 7, with Megan Cope (Quandamooka) and Archie Moore (Kamilaroi); moderation: Rachel O’Reilly (AU/DE).

Weiterlesen „Ex-Embassy: Exhibition and text series“

Big Demo

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Image: Sonja Hornung & Richard Pettifer

19:00-19:20
Saturday, July 14, 2018
Performance by Sonja Hornung & Richard Pettifer

Big Demo is the ceremonial demolition of the former Australian Embassy to the German Democratic Republic (GDR).

The building was completed in 1975, the result of promising brown coal trade between the GDR and Australia. It functioned as an embassy until 1986, when operations were moved to Warsaw. Following the Berlin Wall’s demolition, the site was privatised to a medical laboratory, then to a media company that went bankrupt in 2016. Today, the former embassy is owned by real estate developers Prexxot, whose plans to convert the building into high-end owner-occupied apartments are currently in limbo.

The work is the latest in a series by duo Sonja Hornung and Richard Pettifer aimed at provocatively and speculatively investigating forms of finance, diplomacy, and environmental degradation. Previous works have seen them opening an embassy on a wall (Mauer Botschaft, 2013), eating 100 euros (100 Euro Dinner, 2013), speculating on the Romanian cyanide spill caused by Australian company Esmeralda (What we do not own is bought and sold, 2017), and initiating a mass jump into the Rhine during the UN’s COP23 negotiations (Rheinsprung, 2017).

For Big Demo, visitors are invited to join the festivities as this infrastructural relic is disappeared before your very eyes.

Big Demo takes place as part of Art Spin 2018, a community based interactive bike and art tour of creative venues, site-specific art performances and installations throughout various Berlin neighborhoods.

 

Open Studio

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Camila Malenchini, A Collection of Impressions, 2018

12:00-20:00
Saturday, May 26 – Sunday, May 27, 2018

x-embassy collective opens its working space and presents some recent work from collective members; our neighbouring artists in Atelierhaus Australische Botschaft Ost will also have their studios open as a part of Artspring 2018. All welcome to come by for a chat in the sun and a beer.

Yukiko Nagakura: The Nuclear: Power and Family_Case in Fukushima

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Image: Yukiko Nagakura

Open from: 18:00
Screening from: 19:30
Thursday, April 26, 2018
Yukiko Nagakura: One night show and screening

The Nuclear: Power and Family_Case in Fukushima coincides with the anniversary of the Chernobyl disaster of 1986.
Japanese artist Yukiko Nagakura presents her installation work and films based on her fieldwork in Fukushima in 2016. The show is part of the artist’s ongoing research project “The Nuclear: Power and Family” which she has been carrying out since 2016.

The details of screening are as follows:
Four short films by Yukiko Nagakura:

1. Women in the aftermath of nuclear power: Fukushima_1 [14:50 min]*
2. Women in the aftermath of nuclear power: Fukushima_2 [14:50 min]*
3. Women in the aftermath of nuclear power: Fukushima_3 [14:50 min]*
4. I have a long journey before me. [21:18 min]
*
*Original Version (OV) in Japanese with English subtitles

Yukiko Nagakura made these films based on fieldwork which she carried out in Fukushima in 2016. She interviewed women asking how they struggled with the aftermath of the Fukushima disaster of 2011. Yukiko Nagakura compiled the women’s personal stories into four films. These films tell of the menace of a radiation contamination from a female perspective, forcing us to face an urgent and universal problem concerning women’s empowerment worldwide.

After the screening, everybody is invited to stay for an informal talk, have a few drinks and share their impressions on the films.